Mittwoch, 16.02.2011


HAMBURG – MÜNCHEN – L.A. – MARINA DEL REY



Es begann mit einem Schädltrauma. Dank dem obligatorischen unnötigen Bier des vergangenen Geburtstagsabends starten wir pflichtbewusst völlig restfett in den Urlaub. Ob das schon eine Art Vorhersehung für die nächsten Tage sein soll...

Rein in die Klamotte und Goodbye Germany! In München mache ich Glatzen-Martin mit kreativem Bartwuchs schöne Augen, der uns daraufhin den Security Check erspart. Schmeichelhaft, aber auch ein wenig beunruhigend. Ob Terroristen den Trick schon kennen und statt auf Männer mit Turban lieber auf kleine, bonde Frauen setzen?

13 Stunden,  5 romantische Komödien und 1 Baileys auf Eis später betreten wir kalifornische Boden. Die Learnings von heute: Jennifer Anniston, Rachel McAdams, Amanda Bynes und wie sie alle heißen haben Drehverbot und üssen sich in der Ecke wegen schlechter Filme schämen. Flugzeugentführungen beugt man durch effektives Verbot von gemeinsamen Stehen, Warten und Spazierengehen im Flugzeug vor. Und ein Cockpit ist manchmal auch doppeldeutig ein Cockpit.

Nach dezenter Warterei bei der Immigration und Parcour-Schlangensteherei und leichten Mietwagenschwierigkeiten reichts. Ins Hotel, doch kein Drink, sondern Sleep. Hell yeah.

Donnerstag, 17.02.2011

HOLLYWOOD – L.A.

Recalculating … mit diesem Leistungsdruck von unserer Seite muss die freundliche Dame im Navi erstmal umzugehen lernen. Weil „turn left“ nicht immer gleich „turn left“ ist, dauert es zwar einige Zeit, aber schließlich heißt es für uns: Back in Hollywood. Angekommen am Walk of Fame wird uns auch wieder schlagartig bewusst, wie schäbig Hollywood doch ist. Gescheiterte Schauspielerexistenzen aka Spiderman, Stormtrouper, Elvis, Marilyn Monroe etc. schmücken die Straße, auf der neben Touristen noch Penner, Verrückte und Exemplare, die die Fashion Police lebenslänglich wegsperren müsste, „flanieren“. Und mittendrin wir. Na gut, das obligatorische Foto gemacht, erfolgreich dem Mülltüten-Leichtenteilesammler-Mörder entkommen und tschüß. Weiter nach L.A.

Marina del Rey Promenade


Back in Hollywood







Der Preis in der Kategorie "Best Dressed" geht an ...


Hinein in den NBA-Allstars-Trubel. Riesige Typen soweit das Auge reicht. Leider niemand für mich. Julie bekommt einen Immobilien-Orgasmus als der Blick auf das Ritz Carlton fällt. Und verspricht mir einen kostenlosen Suite-Aufenthalt (hiermit schriftlich festgehalten und bestätigt). Ansonsten ist Downtown L.A. … ja … puh … mäßig spannend.

Los Angeles Staples Center


Ritz Carlton. Anscheinend "das geilste Hotel wo was gibt ..."


Noch einen Abstecher nach Beverly Hills zum Rodeo Drive, aber schond as Aussteigen aus dem Wagen würde unser Budget sprengen (da uns selbiges am Morgen bereits 88 Dollar kostete. Ich kann mich nur wiederholen, fremde Länder, deren StVo und ich … keine gute Idee. Vielleicht könnte ich das nächste Mal im Vorhinein schon in einen Deppenbonus-Fonds einzahlen. Brauchen werd ichs sicher)


LA Rush Hour



Eine kurze Rast später geht’s zum Dinner mit einem Blank on the Beach. Die Prüdheit erreicht neue Ausmaße. Unser Kellner kann ein bisschen deutsch flirten, aber Junge, das macht den fehlenden Hals auch nicht wett. Tut uns leid.

Bumm Zack, die Augen sind zu. Gute Nacht.

Freitag, 18.02.2011

LONG BEACH – TORRANCE – SANTA MONICA

Guten Morgen bewölkter Himmel. Pfui, schäm dich. It never rains in California oder wie war das?! Na ja, passt vielleicht zur getrübten Stimmung. Julie muss zur Bank. Also ab nach Long Beach. Ich wandere durch das verlassene Städtchen, gibt es was Öderes als Nebensaison? Hier herrschen ja beinahe St. Pölten-Zustände. Das einzig Aufregende sind hitzige Religionsdiskussionen auf der Parkbank:
Penner 1 zu Penner 2: „You know, all that God loves everbody and Jesus dies for us, that’s a lie.“
Schwarze fette Frau (unbeteiligt, im Vorbeigehen): „THAT’S NOT A LIE!“
Wenn dieser Eklat nicht Top Story im Long Beach Daily wird, weiß ich auch nicht.

Und nun sitze ich hier der Carson Mall, warte auf Julies Rückkehr und werde gleich ins Target-Museum gehen, Süßigkeiten bestaunen. Welcome to the Land of Konsum.

Long Beach Promenade



Gut wenn die ganze Scheiße eines Urlaubs sich auf einen Tag komprimiert. Das lässt hoffnungsvoll in die Zukunft blicken. Der ATM klaut mir 200 $, Julie hat nur Stress im Termin und YEAH, es regnet. Gefangen in der Rush Hour von L.A., Abbruch nach 1,5 Stunden und ein paar Meilen, Querelen. So, jetzt ist aber gut. Sushi bei Kaido (Santa Monica Boulevard), Sandra entdeckt ihr neues Lieblingsessen: Sojabohnen aus der Mikrowelle. Wir speisen in männlicher, nicht trinkfester Gegenwart von Georg. Es geht ins McCabes auf eine Runde Shuffleboard, in dem wir unsere wahre sportliche Bestimmung finden. Doch dann, der nächste Tiefschlag. Georgs Handy macht sich selbstständig. Er, in der Hoffnung, es wäre ein Zauberhandy, das sich nur kurz unsichtbar machte, such es 20mal am selben Ort bzw. dort, wo es vorher nicht war. Männer. Alles Würtschtl.



Samstag, 19.02.2011

SAN DIEGO – LAKEWOOD

5.49 Tagwache. Zu wenig Alkohol tut mir nicht gut, die senile Bettflucht nimmt Überhand. Off to San Diego. Spitzen Stadt, die uns mit einem kleinen Shower begrüßt. Schnell vorbei, die Sonne kommt raus. Schlenderisch spazieren wir durch das Gaslamp Quarter, vorbei an allerlei Obdachlosen. Unten am Hafen Flugzeugträger, Piratenschiffe, Uboote. Und eine Galerie der hässlichsten Kunstwerke seit Menschengedenken. Als ob man sämtliche abgelehnte Bewerber aller Kunstakademien auf einmal engagiert hätte. 


San Diego












Hässliche Hafenskunst

Angekommen in Little Italy gönnen wir uns erstmal Vino und bestaunen Glitzermützen und spitze Sonnenbrillen. Die Fashion Police hätte einiges zu tun. So, schnell noch ein paar Geschenke gekauft und ab nach Lakewood.



EKELHAFT!

Gar nicht ekelhaft!




Die Fahrt führt uns durch zig Einheitsbrei-Living-Communities und streckenhafter weltuntergangsähnlicher Regenwalzen. Doch schlussendlich werden wir belohnt mit reichlich Chili, Cornbread und Brownies. Und einem abendfüllenden Entertainmentprogramm von Ava (5) und Sophie (3). Sie tanzen, springen, quasseln etc. Ava ist der Anti-Christ bzw. das Mödl aus dem Exorziste. Gruselig.

Schließlich geht es nach Hause. Sandra fälllt ins Senioren-Koma, ratzepüh.

Sonntag, 20.02.2011

SANTA MONICA

Endlich ausschlafen. Das ist Urlaub. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern. Auf nach Santa Monica to shop till you drop. An der Promenade tanzen die Riesenenten und -bunnies, Chinesen stapeln Geschirr auf ihrem Kopf. Nach spending the dollars geht es auf das günstigste Glas Rose aller Zeiten für sagenhafte 9 $. Wow. Im Moment möchte ich an alles denken, nur nicht an mein Konto.

Nach langem moralischen Zureden wagt Julie den Schritt zum Friseur auf neue Stirnfransen. Und es wird fabelhaft aussehen oder?

Es sieht fantastisch aus. Auch wenn es mir Madame nicht glaub und konstant ihrem Haar nachweint. Frisch gestylt spezieren wir zum Pier. Dem verlockenden Angebot „Jokes about black peole for 1 $, jokes about white people for 1 $, jokes about Asiens, Indinas or a joke about Michael Jackson for 75 Cent“ halten wir stand. Runter zum Strand, der Meereswind rauscht uns durchs Gesicht. hach. Tausende Touristen am Pier, dann lieber wieder nach Hause. Aus dem Plan „Wir rasten für 1 Stunde und treffen uns dann mit Julies Cousin zum Party machen“ wird „Wir pennen durch bis 7 Uhr morgens“. Willkomen im Rentner-Verein.

Hätte der mal was Vernünftiges gelernt.

Santa Monica Straßenparty



Lachs um 17 $.


Santa Monica Promenade









Santa Monica Pier

Merke: ein Minirock in XXL ist KEIN MINIROCK mehr und sollte daher nicht als solcher verwendet werden.